Aus dem Roman “Damian - der vierte Mann”.
Axel ist auf der Suche nach Damian. Er sitzt zusammen mit seinen Studienfreunden in der Cafeteria.
Freitag. Wir saßen beim Kaffee in der Cafeteria. Am Abend sollte der Jazzkeller eröffnet werden. Ich war mir ganz eigentümlich sicher, Damian dort zu treffen, wenn nicht dort, so fragte ich mich, wo dann? Dann gib’s auf, ihn weiterhin zu suchen!
„Was ist Jazz für dich?“, fragte Gregor in die Runde. Fritz schoss gern sofort aus der Hüfte: „Tonkunst zur Förderung schwingender Entspanntheit.“ „Hört, hört“, riefen wir. „Walter?“ „Das kann man doch gar nicht so schnell sagen. Musik kann man doch nicht - ich kann das nicht so schnell auf den Begriff bringen, ich sage es euch heute Abend, wenn wir dort sind.“ Mir wurde warm, ich spürte ihre Augen. „Ja, was ist Jazz für mich? Würde ich Jazz mit der Literatur vergleichen, dann wäre Jazz so was wie ein Krimi von Dürrenmatt mit mysteriöser Spannung und überraschenden Wendungen. Nein, ich hab’s: die Suche zur Kunstform gesteigert. Und“, fragte ich, „und für dich Gregor?“ Fritz und Walter rekelten sich auf ihren Stühlen. „Ich will mal so sagen, Jazz ist ein swingender Dialog zwischen den Musikern. Ihr Motto: Lass uns versuchen, es auszuarbeiten. Jazz ist ein Sinnbild für demokratische Umgangskultur, die Musik der Demokratie.“
„Nun Walter“, fragte Georg im Jazzkeller, „nun rück mal damit raus, was ist Jazz für dich?“ „Gleich, gleich“, antwortete Walter und schnappte wie ein Fisch am Filterstück seiner Zigarette herum. Zierliche Falten kräuselten seine unterfütterten Wangen.
Kaum wurden die ersten Akkorde auf dem Klavier angeschlagen, da rief er: „Das ist für mich Jazz, hört ihr es? Es sind Klangeindrücke.“ Wir drehten die Augen zur Decke und waren geschlagen, weil wir spürten, dass wir mittags Nebel geworfen hatten. Damian war nicht dort, aber du Bernd.
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